Donnerstag, 05.03.2009
Stadtarchiv Köln - ein Schatz unter Trümmern
Ich sitze in meinem Büro in der Deutschen Nationalbibliothek und brüte über der Inhaltserschließung eines Buches über pädagogische Psychologie, als meine Kollegin Ricarda entsetzt aufstöhnt: „das Stadtarchiv ist eingestürzt!“
Und sofort ist die Erinnerung da an Weimar vor fünf Jahren, als es gebrannt hat in der Anna Amalia-Bibliothek. Keinen Bibliothekar, der zudem in einer Archivbibliothek beschäftigt ist, lässt eine solche Nachricht kalt.
Ricarda, eine waschechte Frankfurterin, spricht nicht vom hiesigen Institut, sondern vom Stadtarchiv Köln, dem Schatz des Rheinlandes. Ein bedeutendes historisches Kommunalarchiv, in dem unzählige kostbare Urkunden, Karten, Pläne, Fotos und Nachlässe aufbewahrt werden. Während ihrer bibliothekarischen Ausbildung hat Ricarda in Köln gelebt, die Fachhochschule besucht und sogar in der Nähe des Archivs gewohnt. Einen Moment starrt sie fassungslos auf die Bilder, die die Webseiten der Nachrichtensender ihr präsentieren, dann mailt sie die Schreckensnachricht an ihre früheren Kommilitonen.
Dem Stadtarchiv ist während unterirdischer Bauarbeiten für eine U-Bahn-Strecke buchstäblich der Boden unter den Füssen weggezogen worden. Und schlimmer noch, es werden Menschen in dem Nachbarhaus vermutet, das mit dem Archivgebäude zerstört worden ist. Man kann nur hoffen, dass die vermissten Personen an einem anderen Ort als dort in der Severinstraße wieder auftauchen. Und dass vielleicht einige der Dokumente geborgen werden können. Vorsorglich hat man eine riesige Plane über die Einsturzstelle gelegt, falls es regnet. Wasser hat eine weniger unmittelbar zerstörerische Wirkung als Feuer, doch auch die seine ist ungemein potent.
Vielleicht sollte man nicht darüber nachdenken, welchen Preis der technische Fortschritt immer wieder von unserer Geschichte, unserem Gedächtnis fordert. Auch nicht, dass es nicht immer eines Statikers, sondern manchmal nur des gesunden Menschenverstandes bedarf, der uns sagen sollte, dass es Wahnsinn ist, unter einer dicht bebauten und besiedelten Stadt das Erdreich auszuhöhlen. Und davon in Schieflage gebrachte Gebäude als Warnung zu betrachten und nicht einfach weiter zu graben, bis tatsächlich eines umfällt.
An meinem nächsten Arbeitstag in der Nationalbibliothek werde ich einen Presseartikel über das Stadtarchiv, mit einer Abbildung der handschriftlichen Urkunde von Erzbischof Konrad von Hochstaden aus dem Jahr 1248, an unser Nachrichtenbrett hängen. Ricarda wird mir sicherlich dabei helfen.
von Abhainn um # 11:35 in Bibliotheken | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Dienstag, 06.11.2007
Lev Raphael "Yiddishkeit oder Das andere Leben"
Mein Buchzeichen steckt in der Kurzgeschichten-Sammlung "Yiddishkeit oder Das andere Leben" von Lev Raphael.
Lev ist New Yorker Schriftsteller, Jude der 2. Generation und homosexuell. Er schreibt hier wundervoll poetische, dichte Geschichten, die keinem Genre, wohl aber der Literatur, zuzuordnen sind. Es ist eine ungewohnte, mir fremde Welt, die mich dennoch gepackt und mitgerissen hat. Die ein oder andere Geschichte kann man in die Krimi- oder Thriller-Schublade stecken, eine ("Das Leben, das du führst") ist eine ganz ungewöhnlich schöne Umsetzung des Themas "Schreibblockade". Tief berührt hat mich die "Geschichte einer Pflanze".
Alle Geschichten sind lesenswert, viele werden mich viel länger als nur für den Augenblick begleiten und die ein oder andere ist einfach unvergeßlich.
von Abhainn um # 18:44 in Buchbesprechungen | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Montag, 05.11.2007
Ich sollte öfter duschen ...
... aber das ist gar nicht so gesund für die Haut. Schade eigentlich, denn unter der Dusche werde ich regelmässig heimgesucht von den mannigfaltigsten Erscheinungsformen meiner Geschichten.
Ganze Textpassagen rasseln auf mich herab, wie in die Luft geschrieben von unsichtbarer Hand. Meine Figuren flüstern in mein Ohr, von gewisperten Vertraulichkeiten bis zu laaangen Monologen. Ich sehe Schauplätze und Personen, die ich bisher nur von meinem eigenen Schreibpapier kannte und die nun en detail erscheinen und selbstständig agieren. Und all dies, während ich mich hilflos (im Sinne von stift-und-papierlos) im Nass winde und versuche, alles im Kopf zu behalten.
Heute morgen waren es Elena und Robert, zwei junge Leute, die eine Szene in meinem ersten Buchkapitel bestreiten (und dieses Wort darf man ruhig wörtlich nehmen ;-), das ich gerade überarbeite und das mir schon lange Kopfzerbrechen bereitet. Die beiden unterhalten sich also, jeder in eins meiner Ohren, und ich frage mich, hätten die das nicht schon im Sommer machen können, anstatt mich so lange in der Luft bzw. unter der Dusche hängen zu lassen?
Oder sollte ich doch öfter (so zwei, drei Mal am Tag) duschen gehen?
von Abhainn um # 16:24 in Krimis | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Samstag, 21.07.2007
The game is afoot!
Ich ziehe die griffindorroten Vorhänge zu und werfe mich in dunkler Nacht an den Computer, denn es ist der 21. Juli 2007, und in wenigen Minuten erscheint „Harry Potter and the Deathly Hallows“. Der hoffentlich nicht finale Band der verzaubernden Buchreihe von Joanne Rowling.
Inspiriert wurde Sherlock Holmes’ Jagdruf durch beim Abendspaziergang, als mir von grauem Pflasterstein eine griechische Euromünze zuzwinkerte. Ich hob sie auf, betrachtete die abgebildete Eule, und dachte an Hedwig. Gleichzeitig raunte mir dieser vor langer Zeit gelesene Satz von Arthur Conan Doyle ins Ohr. „The game is afoot“. And it is, my dears, it is indeed.
Laaange habe ich mich auf dieses Wochenende vorbereitet. In den letzen Wochen las ich genüsslich die bisher erschienenen Bände, sowie ein wenig Sekundärliteratur. Nur „Hogwarts, a history“ habe ich in der Bibliothek leider nicht gefunden. Heute Abend dann sollte der Kinobesuch von „Harry Potter and the Order of the Phoenix“ folgen. Ich belegte meine dreijährige Tochter mit einem Patronus-Zauber für gewittertrotzenden Schlaf und fuhr mit meinem Mann ins ferne Frankfurt, denn hier im Kinzigtaldörfchen Meerholz läuft ein Film in englischer Originalsprache ebenso häufig wie in Hogsmeade auf Troll.
Natürlich würde ich mich jetzt lieber auf einen Firebolt schwingen und nach London fliegen, erst zum Odeon Leichester Square, dann ins Natural History Museum, wo die Zaubermeisterin des Wizengamot persönlich zu einer „Midnight reading“ aus ihrem jüngsten Werk einläd. Leider hat nicht jeder Sirius Black als Paten, und so ist es der Turmpalast, der – vorgreifend – in Turmkino 7 einläd.
Der Film hat meine Erwartungen erfüllt, geschickt gekürzt, mit einem wunderbaren Daniel Radcliffe, den Gruseldamen Imelda Staunton und Helena Bonham-Carter, den Rebellen von Dumbledore’s army und allen anderen lieb gewonnenen Bekannten, die wir über die letzten Jahren im Kino beim wachsen und gedeihen beobachtet haben.
Auf der Rückfahrt leuchtete uns beim Überholen ein Postwagen an. Jetzt hätte ich einen Zauberstab brauchen können, um ein beherztes „Stupefy!“ rufen zu können. Dann hätte ich in seinem gelben Bauch nach meinem ersehnten amazon-Päckchen fahnden können. Aber ich bin ja nicht Lucius Malfoy auf der Jagd nach einer Prophezeiung.
Ab heute gehe ich in Klausur. Sobald ich – in meinem wunderschönen nachtblauen Harry Potter-T-Shirt – besagtes Päckchen geöffnet habe, bleiben Fernseher und Radio ausgeschaltet, auch in den „Daily prophet“ schaue ich nicht rein, denn ich traue den Medien keine Zauberstablänge weit, seit mich 2003 eine Freundin anrief und jammerte, in den ARD-Nachrichten wurde am Erscheinungstag verraten, wer in Band 5 zu Tode kommt. Also werden keine schlafenden Drachen gekitzelt, wie es so schön Hogwarts heißt!
Beim Lesen werde ich auf ein Motto von Arthur Conan Doyle zurückgreifen, denn während sechs Büchern habe ich wohl sämtliche red herrings aus Jo Rowlings Ideensee gefischt, und denke jetzt bei lesen: Never trust the obvious.
von Abhainn um # 01:38 in Buchbesprechungen | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Freitag, 09.02.2007
Belesene Gesprächsrunde
Über die distinguierte DorothyL-Diskussionsliste erging kürzlich ein Aufruf: Bibliothekare, meldet Euch, ich möchte Euch interviewen!
Die Dame, die da rief, ist Jeri Westerson, nach eigenen Angaben "Autorin, öffentliche Rednerin, Lehrerin, Sängerin, Künstlerin, Ehefrau und Mutter". Jeri schreibt historische Krimis, die im 14. Jahrhundert spielen, mit einem Protagonisten namens Crispin Guest, rätselhaft, fehlbar und sexy. Der vormalige Ritter, der nun in Kriminalfällen ermittelt, wird von der Autorin als "mittelalterlicher Sam Spade" beschrieben und löst seinen ersten Fall in "Veil of lies".
Ich habe mich gleich gemeldet, und gemeinsam mit mir hatten einige amerikanische Kolleginnen einen Riesenspass mit Jeris interessanten und cleveren Fragen. Wollt Ihr diesen Spass teilen, klickt Euch ein in Jeri Westersons Blog "Getting mevieval":
von Abhainn um # 22:21 in Bibliotheken | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Freitag, 02.02.2007
Harry und ich
Pünktlich zu Maria Lichtmess oder auch Imbolc gab Joanne Kathleen Rowling das Publikationsdatum von ?Harry Potter and the deathly hallows? bekannt, nachdem sie zur Wintersonnenwende letzten Dezember der Titel verraten hat.
Am 21. Juli 2007 ist es soweit. Wir erfahren, wie Harrys Geschichte endet.
Während ich auf J.K. Rowlings Website surfte, wurde mir klar, wie lange mich diese Buchreihe schon begleitet! Den ersten begeisterten Potter-Tipp bekam ich vor fast zehn Jahren von meiner Kollegin Regina Häfner, mit der ich die Evangelische Kinder- und Jugendbücherei Meerholz-Hailer führte (ehrenamtlich, versteht sich!). Regina erzählte, die Wangen karmesinrot vor Begeisterung, von einem Kinderbuch, das sie an ihrem Küchentisch gelesen und dabei vergessen hatte, für ihren Mann zu kochen. Das hörte sich vielversprechend an;-)
Kurze Zeit später bekam ich ?Harry Potter und der Stein der Weisen? von meinen Kollegen zum Geburtstag geschenkt. Ich wiederum verschenkte die beiden ersten Bände meiner besten Freundin Dagmar, und da wir beide immer gern gemeinsam Bücher lesen, machte ich mich selbst auch gleich über die Lektüre her.
Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt. Wunderbarer Erzählstoff, der klassische Archetypus, clever strukturiert, mit einem Spannungsbogen, der sich sowohl über jeden einzelnen Band als auch über die gesamte siebenteilige Geschichte spannt. Gesegnet mit jenem Humor, der ausschließlich Autoren aus den Britischen Inseln eigen ist.
Ein Dreigestirn aus einzigartigen Charakteren, Harry, verwaist, ein ganz normale Junge, der nicht gerade ein Glückspilz zu sein scheint, aber mit Herz und Hirn am richtigen Fleck. Hermione, die Intellektuelle, der Freundschaft sogar über die geliebten Bücher geht. Ron, der jüngste und rothaarigste eines armen, aber liebenswerten Clans.
Die Neben- und selbst die Randfiguren sind ebenso sorgfältig ausgearbeitet wie liebevoll gezeichnet wie die Hauptcharaktere. Der wunderbare Dumbledore - wer hätte sich nicht einen solchen Lehrer als Schulleiter gewünscht? Neville, der sanfte Tragische, der sich besser mit Pflanzen als mit Menschen zu verstehen scheint, Fred und George, Troublemakers par excellance und zum umfallen witzig, Ginny, zu der zu gelangen Harry sechs Bücher braucht.
Ein ganzes Paralleluniversum von Zauberern, Fabelwesen, das fasziniert, amüsiert und uns gelegentlich einen Spiegel vorhält, auf dass wir schmunzeln oder die Stirn runzeln.
Die Antagonisten ? Voldemort, dessen hervorstechendste Charaktereigenschaft absolute Gefühlskälte ist und den sicherlich niemand, der bei klarem Verstand ist, zum Quasihelden à la Hannibal Lecter erklären kann, der malizöse Malfoy Senior und sein intriganter Junior, beide Spielarten des Prince of darkness, der ein Gentleman ist. Bellatrix Lestrange, loonie number one unter den Death eaters.
Und Severus Snape, der von Anfang an ein ebenso unsympathisches wie unergründliches Rätsel war und es vermutlich bis zur letzten Seite bleiben wird.
Mit den Harry Potter-Büchern habe ich gelacht, gerätselt, gelitten und so manches Tränchen verdrückt. Mit der Nachricht vom definitiven Erscheinen von Band sieben toben zwei Herzen in meiner Brust. Das eine freut sich und hat schon Band eins zum Wiederholungslesen bereit gelegt. Das andere blutet. Abschiedsschmerz.
Noch weiß niemand außer der Zauberin selbst, wie die Geschichte ausgeht. Doch für viele Jahre Lesensfreude kann ich ihr jetzt schon danken. Thanks for the magic, Jo!
von Abhainn um # 17:14 in Buchbesprechungen | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Donnerstag, 01.02.2007
To cut a long story short ...
... ist oftmals ein hehres Prinzip beim Lesen und Schreiben. Doch es gilt nicht immer.
In zwei "meiner" Mailinglisten, und eine davon ist die distinguierte DorothyL, gab es in letzter Zeit die Diskussion Kurzgeschichte versus Roman. Wobei mir die Unterschiedlichkeit der Beiträge zwischen der angloamerikanischen schriftstellerischen Welt und der deutschsprachigen mehr als deutlich wurden.
Grundsätzlich wurde festgestellt, dass der Kurzgeschichte in der englischsprachigen Welt Respekt und Wertschätzung entgegen gebracht wird, während sie hierzulande eher ein Nischendasein führt. Zu meinem Erstaunen wurden in der deutschsprachigen Liste aber nur englischsprachige Schriftstellerinnen wie Katherine Mansfield als Beispiele für Kurzgeschichten-Autorinnen aufgeführt, bevor endlich jemand Sabine Deitmer erwähnte, die in deutsch publiziert. Hm.
Irgendwie hatte mich die Diskussion angeregt, über die Gründe der ganz offensichtlichen Bevorzugung langer Texte durch Leserinnen und Leser nachzudenken.
Wenn ich mein triumphiratiges Dasein als Leserin, Bibliothekarin und Schreiberin bündele, komme ich zu dem Schluss, dass die meisten Leser schlicht und einfach längere Erzählungen bevorzugen, weil sie sich für Menschen interessieren. Auch wenn sie "nur" auf dem Papier leben. Mit dem Kauf eines Buches signalisieren sie die Bereitschaft, sich mit diesen Personen, erfunden oder nicht, für die Dauer des Lesens einzulassen.
Einer Kurzgeschichte aber bietet Leser und Erzählfigur kaum diese Möglichkeit. Man lernt einander kennen und sagt kurz darauf Adieu, und bei einem Kurzkrimi oft sogar extrem schnell und buchstäblich ;-)
Kurzgeschichten können also nur mit Kunstfertigkeit glänzen. Was sie durchaus auch tun. Im angloamerikanischen Raum gelten sie als eigene Literaturgattung, die ihre Beziehungsarmut mit hohem literarischen Niveau, elegantem Erzählstil, Pointen und wenn möglich dem berühmten "Twist in the tail" ausgleicht.
Robert Bloch, ein begnadeter Verfasser von Kurzgeschichten, schaffte dereinst das Kunststück, eine herrlich böse Geschichte auf einer einzigen Textseite zu verewigen. Wichtig ist jedoch nicht, dass die Geschichte kurz, sondern dass sie verdammt gut ist!
Wunderbare Kurzgeschichten gibt es auch bei uns, ich habe einige gelesen und genossen. Einige wenige. Sehr, sehr wenige, um ehrlich zu sein. Hierzulande gilt die minimalistische Doktrin, Hauptsache kurz, und weg mit den Adjektiven. Wem es gefällt, fein. Aber es könnte passieren, dass dabei Plot und Originalität auf der Strecke bleiben. Ich lese Kurzgeschichten bevorzugt in Bus und Bahn und besitze mittlerweile einige Anthologien. Doch ehrlich gesagt bin ich bei den meisten schon froh, wenn mir mehr als zwei Kurzgeschichten gefallen. Die meisten empfinde ich schlicht als langweilig, konstruiert und blutleer, und bekannte Namen sind auch darunter.
Und was den wiederholten Griff zum Buch anbelangt, passiert er mir selten bei einer Anthologie, aber durchaus oft und gerne bei Romanen. Und zwar zu solchen, deren Protagonisten ich mag, die gut ausgearbeiteten Figuren Leben eingehaucht haben. Die originell sind und Witz haben, ob herzlich oder eher schwarzhumorig.
Ein Beispiel drängt sich mir auf, die großartige Dorothy L. Sayers. Ihre Kriminalromane rund um Lord Peter Wimsey sind wundervoll geschrieben. Klassiker. Ihre Kurzgeschichten um den umtriebigen Gentleman-Detektiv wirken dagegen wie im Kurzwaschgang gewaschen. Blässlich und fad.
Viele Autorinnen von Kurzgeschichten argumentieren damit, dass es viele laaange Bücher gibt, die niemals hätten publiziert werden dürfen. Ich stimme dem aus ganzem Herzen zu! Aber ich bin ebenso der Ansicht, dass viele Kurzgeschichten niemals hätten publiziert werden dürfen.
von Abhainn um # 19:41 in Krimis | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Montag, 29.01.2007
Ich schreibe ...
von Abhainn um # 21:37 in Krimis | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Buchrezension "Der Schwarm" von Frank Schätzing
Ohne zuviel von dem Plot und der Auflösung verraten zu wollen, blieben für mich die Motive der Yrr, der klare Anlass für die plötzliche Zerstörungswut als auch ihre Handlungsweise am Ende der Geschichte letztendlich etwas blass. Ein paar hundert technikverliebte Seiten weniger und dafür mehr nachvollziehbare Yrr-Philosophie wäre wünschenswert gewesen und hätten das Buch bereichert.
Alles in allem nicht umwerfend, aber lesenswert. Ein Stoff, den ich mir von einem geschickten Regisseur (Peter Jackson?) verfilmt gut vorstellen kann. Und nicht nur für Jungs.
von Abhainn um # 21:23 in Buchbesprechungen | 3 Kommentare | TrackBack (0) | versenden
Mittwoch, 03.05.2006
Helene Hartriegel ? die Eifeler Miss Marple!
Helene ist meine Detektivin, wobei sie diese Berufsbezeichnung sicherlich irritieren würde. Denn eigentlich ist sie eine gelernte und ganz ausgezeichnete Schneiderin, süße 60, leider verwitwet, doch dank vier lebhafter Sprösslinge weder einsam noch trübsinnig. Um jedem ihrer Kinder ein Studium finanzieren zu können, arbeitet Helene ebenso hart wie schwarz. Ihr ausgeprägter Sinn für Sparsamkeit treibt manchmal seltsame Blüten, und äußert sich beispielsweise in einer gewagten Farbauswahl ihrer selbst gestrickten Socken oder kreischendem Patchworkmuster ihrer Nachtwäsche.
Ihren schönen Nachnamen verdanken die Hartriegels der Autorin Gesine Schulz, die zu dieser Zeit gerade bis über beide Gartenhandschuhe in Lektoratsarbeiten zu der Gartenkrimi-Anthologie ?Lilien, Leichen und Lupinen? (ab 3. November im Leporello-Verlag) steckte.
Helenes beste Freundin Amanda Knödgen ist Friseuse, stemmt sich als Nachkömmling einer - möglicherweise fiktiven - Geschichtenerzählerin wacker der Flüchtigkeit ihrer Zeit entgegen und arbeitet jede Nachricht in Novellenlänge aus.
Die beiden Frauen leben in Oberkail, einem idyllischen Dörflein am südlichen Eifelrand. Dort sagen sich nicht nur Fuchs und Hase gute Nacht, es lauern auch verborgene Abgründe, die sich in allerlei illegaler Aktion entladen.
Demnächst findet der geneigte Leser unter dieser Adresse Auszüge des ersten Abenteuers von Helene und Amanda.
von Abhainn um # 21:19 in Krimis | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
